Friedhofsordnung  für  die  niederösterreichischen  katholisch-konfessionellen Friedhöfe der Erzdiözese Wien  

1.  Allgemeine Bestimmungen  

1) Der Friedhof ist Eigentum der r. k. Pfarrkirche, in deren Pfarrbereich er liegt. Außer dem  

geweihten Teil des Friedhofes sind innerhalb der Umfriedung nach Möglichkeit folgende  

drei Abteilungen vorzusehen:  

a)  für  Andersgläubige,  denen  gemäß  den  staatlichen  Gesetzen  (Gesetz  v.  25.5.1868  

RGBl. 49) auf katholisch-konfessionellen Friedhöfen ein Begräbnisrecht zusteht,  

b)  für Ungetaufte,  

c)  für Katholiken, denen ein kirchliches Begräbnis nicht gewährt werden kann.  

Die Lage (Grundstücknummer und Einlagezahl) sowie das Flächenausmaß sind aus dem  

bei der Verwaltung aufliegenden Friedhofsplan ersichtlich.  

2) Die Verwaltung und Beaufsichtigung des Friedhofes und des Beerdigungswesens obliegt  

gem. Pkt. II.10.b)(a) der Pfarrgemeinderatsordnung der Erzdiözese Wien dem zuständi- 

gen Pfarrgemeinderat.  

Für die laufenden Geschäfte kann der Pfarrgemeinderat einen Friedhofsausschuss oder  

einen Friedhofsverwalter bestellen.  

Der Friedhofsverwaltung obliegen:  

a)  die Einstellung eines pflichtbewussten, katholischen Arbeitspersonals (Totengräber),  

b)  die Anlage des Friedhofsplanes, die genaue Führung des Gräberbuches oder der Grä- 

berkartei und eines Journals über die Verwaltungsagenden, welches einen Bestandteil  

der Kirchenrechnung bildet. Aus diesem Journal müssen insbesondere die Einnahmen  

und Ausgaben des Friedhofes ersichtlich sein,  

c)   die  Sorge  für  die  Instandhaltung,  Sauberkeit,  Ordnung  und  gärtnerische  Gestaltung  

des Friedhofes und Einhaltung der Friedhofsordnung.  

3) Der Friedhof dient zur Beisetzung aller Katholiken, die im Zeitpunkt des Todes in der Pfar- 

re ihren Wohnsitz oder Aufenthaltsort haben oder im Pfarrgebiet gefunden und nicht an- 

derswo  zur  Beerdigung  überführt  werden,  sowie  derjenigen,  die  ein  Recht  auf  die  Bei- 

setzung in einem Wahlgrab haben. Zur Beisetzung anderer Personen bedarf es der Er- 

laubnis der Friedhofsverwaltung.  

Katholiken,  denen  ein  kirchliches  Begräbnis  nicht  gewährt  werden  kann,  die  aber  An- 

spruch auf die Beisetzung in einem Familiengrab haben, sind über Verlangen der Ange- 

hörigen im Familiengrab beizusetzen.  

Nichtkatholiken,  Ungetauften  und  Katholiken,  denen  ein  kirchliches  Begräbnis  nicht  ge- 

währt werden kann, ist ein gem. § 1 besonders abgegrenzter Platz zur Beerdigung anzu- 

weisen.  

Angehörigen anderer Religionsgesellschaften ist die Beerdigung (Beisetzung der Aschen- 

urne) im katholisch-konfessionellen Friedhof zu gestatten,  

a)  wenn es sich um die Bestattung in einem Familiengrab handelt,  

b)  wenn der Todesfall in der Gemeinde eingetreten oder die Leiche im Gemeindebereich  

gefunden worden ist und sich für Angehörige dieser Kirche oder Religionsgesellschaft  

im Umkreis kein Friedhof befindet.  

2.  Ordnungsvorschriften  

4) Der Friedhof ist während der festgesetzten Zeit für den allgemeinen Besuch geöffnet. Die  

Besuchszeiten sind an den Friedhofseingängen zu ersehen.  

5)  Die  Besucher  haben  sich  ruhig  und  der Würde  des  Ortes  entsprechend  zu  benehmen.  

Den Anordnungen der mit der Aufsicht betrauten Personen ist Folge zu leisten.  

6) Innerhalb des Friedhofes ist verboten:  

a)  das Mitbringen von Tieren und Radfahren,  

b)  das Rauchen und Lärmen,  

c)  das Verteilen von Druckschriften ohne Genehmigung,  

d)  das Feilbieten von Waren aller Art sowie das Anbieten gewerblicher Dienste,  

e)  das Ablagern von Abraum außerhalb der hiefür bestimmten Plätze  

f)  Ansprachen von Laien anlässlich von Beerdigungen, soferne hiezu eine Erlaubnis des  

Pfarrgemeinderates nicht eingeholt worden ist.  

IV.3.  Allgemeine Bestattungsvorschriften  

7) Der vom Standesamt auszustellende Beerdigungs-Erlaubnisschein ist bei der Friedhofs- 

verwaltung (Pfarramt) einzureichen. Dort wird das Begräbnisbuch ausgefüllt und Tag so- 

wie Stunde der Beerdigung festgelegt. Die Zeitbestimmung der Beerdigung des Verstor- 

benen und des Trauergottesdienstes wird dem Seelsorger im Einvernehmen mit der Par- 

tei anheim gestellt.  

8) Die Ruhezeit bis zur Wiederbelegung beträgt  

a)  bei Erwachsenen 10 Jahre,  

b)  bei Kindern unter 6 Jahren 5 Jahre.  

Ist infolge der Bodenbeschaffenheit die Ruhefrist von 5 bzw. 10 Jahren für die Verwesung  

der Leiche nicht ausreichend, so kann der Pfarrgemeinderat für Erwachsene eine Ruhe- 

zeit bis zu 20 Jahren und für Kinder unter 6 Jahren eine Ruhezeit bis zu 10 Jahren be- 

schließen.  

Die Ruhezeit kann in Notzeiten infolge außergewöhnlicher Sterblichkeit oder unvorherge- 

sehener, rascher Vermehrung der Gemeinde mit sanitätsbehördlicher Genehmigung ab- 

gekürzt werden.  

9) Wenn bei Öffnung der Gräber Gebeine, Sargreste und dgl. ausgegraben werden, so müs- 

sen diese wieder in dasselbe Grab und zwar in eine Vertiefung an der Grabsohle gelegt  

werden.  

IV.4.  Leichenhalle (Friedhofskapelle)  

10) Die Leichenhalle steht für Begräbnisfeierlichkeiten zur Verfügung.  

11) Die Leichen werden, soweit es der Raum gestattet, in die Leichenhalle aufgenommen,  

und zwar erfolgt die Aufnahme entweder auf Wunsch der Hinterbliebenen oder auf poli- 

zeiliche Anweisung. Die Särge sind vor dem Verlassen der Leichenhalle zu schließen.  

Bis zu diesem Zeitpunkt ist es den Angehörigen gestattet, die Leiche in der Halle zu besichtigen.

Die Friedhofsverwaltung ist berechtigt, den Sarg einer rasch verwesenden Leiche sofort schließen zu lassen. 

12) Die Leichen der an anzeigepflichtigen, ansteckenden Krankheiten Verstorbenen müssen  

sofort  in  geschlossenen  Särgen  in  die  Leichenhalle  gebracht  und  verschlossen  aufge- 

stellt werden. Sie dürfen zur Besichtigung seitens der Angehörigen nur mit Genehmigung  

des zuständigen Gesundheitsamtes vorübergehend nochmals geöffnet werden.  

13) Särge, welche von auswärts kommen, bleiben geschlossen. Ihre Öffnung ist gleichfalls  

nur mit Genehmigung des zuständigen Gemeindearztes zulässig.  

IV.5.  Grabstätten  

14)  Sämtliche  Grabstätten  bleiben  Eigentum  der  Pfarrkirche.  An  ihnen  bestehen  nur  Nut- 

zungsrechte nach Maßgabe dieser Friedhofsordnung.  

15) Die Grabstellen werden eingeteilt in:  

A)  Reihen- oder Turnusgräber  

a)  gemeinsame Reihengräber,  

b)   einzelne oder einfache Reihengräber,  

c)   Kindergräber,  

B)  Wahlgräber  

a)  Familiengräber,   

zur Beerdigung bis zu zwei Leichen,   

zur Beerdigung von mehr als zwei Leichen (Doppelgräber),  

b)   Wandgräber längs der Einfriedungsmauer,  

zur Beerdigung bis zu zwei Leichen,  

zur Beerdigung von mehr als zwei Leichen,  

c)   Randgräber,  

am Mittelgang zur Beerdigung bis zu zwei Leichen,  

am Mittelgang zur Beerdigung von mehr als zwei Leichen,  

am Seitengang zur Beerdigung bis zu zwei Leichen,  

am Seitengang zur Beerdigung von mehr als zwei Leichen,  

d)   Grüfte,  

zur Beerdigung bis zu drei Leichen,  

zur Beerdigung bis zu sechs Leichen (Doppelgruft),  

zur Beerdigung von mehr als sechs Leichen.  

16) Reihengräber (Turnusgräber) sind die allgemeinen Grabstellen, die nach der zeitlichen      

Reihenfolge der Anmeldung belegt werden. Auf eine Auswahl der Grabstelle besteht bei  

dieser Grabart kein Anspruch. Auch ist eine Umbettung von einem Reihengrab in ein an- 

deres Reihengrab unzulässig.  

17) Wahlgräber (Familiengräber) sind Grabstellen, die auf Wunsch vergeben werden und zur  

Bestattung des Erwerbers der Grabstelle und seiner Angehörigen unter Berücksichtigung  

der Höchstbelagsgrenze dienen.  

Als Angehörige gelten:  

a)  Ehegatten,  

b)  Verwandte in auf- und absteigender Linie,  

c)  Adoptivkinder und Geschwister,  

d)  die Ehegatten der unter b) genannten Personen.   

Die Beisetzung anderer Personen bedarf der besonderen Genehmigung der Friedhofsverwaltung.  

18)  Eine  Grabstätte  inklusive  Einfriedung  soll  nach  Möglichkeit  nicht  länger  als  2,5  m  und  

nicht breiter als 1,4 m sein. Die genauen Ausmaße gehen aus dem Friedhofsplan hervor.  

Die Tiefe der Gräber soll bei einfacher Beisetzung mindestens 1,6 m betragen. Bei Tief- 

gräbern, in denen 2 Särge aufeinander gelegt werden, erhöht sich die Mindesttiefe auf  

2,7 m bzw. bei Gräbern, in denen 3 Särge aufeinander gelegt werden, auf 3,4 m. Zwi- 

schen  den  Särgen  soll  eine  Erdschicht  von  ca.  30  bis  40  cm  und  über  dem  obersten  

Sarg eine Erdschicht von mindestens 1 m erhalten bleiben. Der seitliche Abstand von  

Grabeinfassung zu Grabeinfassung soll mindestens 30 cm, der Abstand von Schacht zu  

Schacht mindestens  60 cm betragen.  

19)  Gräber,  an  denen  Nutzungsrechte  nach  dem  Inkrafttreten  dieser  Friedhofsordnung  er- 

worben werden, sind spätestens 6 Monate nach Beisetzung bzw. dem Erwerb des Nut- 

zungsrechtes an der Grabstelle der Würde des Friedhofes entsprechend, gärtnerisch zu  

gestalten und bis zum Ablauf des Nutzungsrechtes ordnungsgemäß in Stand zu halten.  

Geschieht dies trotz Aufforderung nicht, so können solche Gräber eingeebnet und einge- 

sät werden.  

20) Familiengräber können an den planmäßig vorgesehenen Stellen mit Genehmigung der  

Friedhofsverwaltung als Grüfte ausgemauert und überbaut werden. Dem Ansuchen um  

Errichtung einer Gruft sind die notwendigen Unterlagen wie Pläne usw. beizuschließen.  

Grüfte sind sowohl in der Sohle als in den Seitenwänden gut auszumauern und mit Ze- 

mentkalk zu verputzen, nach oben luftdicht zu verschließen, und sind sowohl das Mauer- 

werk als auch der Verschluss in gutem Zustand zu erhalten.  

Die in Grüften beizusetzenden Leichen müssen in gut verlöteten oder verkitteten Särgen  

verschlossen sein; Holzsärge müssen überdies ausgepicht sein.   

Grüfte dürfen nicht derart überfüllt werden, dass die Särge die Gruftdecke berühren.  

Grüfte dürfen nur zum Zwecke der Beisetzung oder Übertragung von Leichen und nur  

unter Aufsicht des Amtsarztes geöffnet werden.  

Muss etwa das in einer Gruft angesammelte Grundwasser ausgeschöpft werden,

so darf  dasselbe nur in eine innerhalb des Friedhofes und entfernt von den Brunnen anzubringende  Versetzgrube  geleitet,

keinesfalls  aber  außerhalb  des  Friedhofes  gebracht  werden.  

Nach  erfolgter  Beisetzung  sind  die  Grüfte  sofort  wieder  vorschriftsmäßig  zu  schließen  bzw. zu verkitten.  

Grüfte müssen von den Nutzungsberechtigten in einem ordnungsmäßigen Bauzustand  erhalten werden, andernfalls treten die Sanktionen des § 30 in Kraft.  

IV.6.  Ausgestaltung und Erhaltung der Grabstätten 

21) Die Friedhöfe sind stets in einem würdigen, dem Grabesfrieden entsprechenden Zustand  

zu erhalten. Die gärtnerische Gestaltung der Gesamtanlage des Friedhofes obliegt der  

Friedhofsverwaltung.  Das  Setzen  von  Bäumen  und  Sträuchern  ist  daher  ohne  Bewilli- 

gung  der  Friedhofsverwaltung  verboten.  Sollten  trotz  Aufforderung  Bäume  oder  Sträu- 

cher auf Gräbern von dem Nutzungsberechtigten der Grabstelle nicht entfernt werden,  

so steht der Friedhofsverwaltung das Recht der Entfernung zu.  

22) Die Bepflanzung von Grabstellen darf nur innerhalb der Einfassung vorgenommen wer- 

den.

23) Sämtliche Grabstellen müssen mit einer Einfassung aus Naturstein, Konglomeratkunst- 

stein, Kunststein aus Marmorbruchmaterial oder Rasen versehen werden.  

Einfassungen  aus  Holz  und  Eisengittern  sind für  Gräber,  an  denen  ein  Nutzungsrecht  

nach Inkrafttreten dieser Friedhofsordnung erworben wird, verboten.  

Die Stärke der Einfriedung soll 15 cm und die Höhe höchstens 50 cm betragen.  

24) Die einzelnen Grabhügel sollen nicht höher als 50 cm sein.  

25)  Das  Aufstellen  unwürdiger  Gefäße  zur  Aufnahme  von  Blumen  auf den  Grabstätten  ist  

verboten. Die Friedhofsverwaltung ist zur Entfernung solcher Gefäße berechtigt.  

26) Heckeneinfassungen einzelner Grabstellen sind nur dort gestattet, wo solche im Fried- 

hofsplan vorgesehen sind.   

27) Verwelkte Blumen und Kränze sowie die Gräser im Umkreis der Gräber sind rechtzeitig  

zu entfernen und auf dem vorgesehenen Abraumplatz abzulagern.  

IV.7.  Grabdenkmäler 

28) Die Friedhofsverwaltung behält sich das Recht vor, für einzelne Grabfelder oder Grab- 

stätten jeweils gesonderte Richtlinien für die einheitliche Ausgestaltung zu erlassen.  

Als Richtlinien gelten:  

1.  Jedes  Grabmal  muss  in  sichtbarer  und  würdiger  Weise  ein  religiöses  Zeichen  des  

christlichen Glaubens tragen.  

2.  Als Material für Grabdenkmäler ist vorzugsweise Naturstein heimischer Art, Holz oder  

Schmiedeeisen zu verwenden. Betonkreuze, Grabeinfassungen aus Beton und guss-   

eiserne Kreuze sind zu vermeiden.  

3.  Die einzelnen Grabmäler müssen in Material, Form, Farbe und Größe aufeinander ab- 

gestimmt sein.  

4.   In den Grabfeldern sollen die Grabdenkmäler die Höhe von 1,5 m nicht überschreiten.  

5.  Kapellenartige Grabdenkmäler an Kirchenmauern sind verboten.  

6.  Über die Zulässigkeit von Grabmälern, die an besonderen Stellen und in außergewöhn- 

lichen Maßen errichtet werden sollen, entscheidet das kirchliche Bauamt der Erzdiöze- 

se Wien. Diesem sind durch die Friedhofsverwaltung Zeichnungen im Maßstab 1 : 10  

über das Grabmal vorzulegen. Erst daraufhin kann die Bewilligung zur Errichtung erteilt  

werden.  

7.  Die Schrift ist in ihrem Größenverhältnis den Abmessungen des Denkmales sorgfältig  

anzupassen. Die Typen müssen dem Steincharakter Rechnung tragen, Vergoldungen  

sind auf passende Fälle einzuschränken.  

8.  Firmenbezeichnungen sind möglichst unauffällig seitlich an den Grabmälern anzubrin- 

gen.  

9.  Jedes Grabmal muss entsprechend seiner Größe dauerhaft begründet sein.  

10. Der  Grabinhaber  ist  für  alle  Schäden  haftbar,  die  infolge  seines  Verschuldens  durch  

Umfallen des Grabmales bzw. Abstürzen von Teilen desselben verursacht werden.  

Zu vermeiden sind:  

1.  Verwendung nichtharmonischer Materialien am gleichen Grabmal.  

2.  Terrazzo oder schwarzer Kunststein.  

3.   Steindenkmäler, welche so poliert sind, dass sie spiegelartig glänzen.  

4.   Porzellanschmuck  und  in  Zement  aufgetragener  figürlicher  oder  ornamentaler  

Schmuck. 

5.  Ölfarbenanstrich auf Steingrabmalen.  

6.  Findlinge und gänzlich unbearbeitete Felsblöcke in ungeeigneter Umgebung.  7.  Inschriften, die der Weihe des Ortes nicht entsprechen.  

29)  Die  Grabmäler  dürfen  vor  Ablauf  des  Nutzungsrechtes  ohne  Genehmigung  der  Fried- 

hofsverwaltung nicht entfernt werden.  

30) Denkmäler und Grabzeichen sind von dem Nutzungsberechtigten stets in gutem Zustand  

zu erhalten.  

Wenn dieser Verpflichtung nicht entsprechend nachgekommen wird, ist der Nutzungsbe- 

rechtigte  schriftlich,  bei  unbekanntem  Aufenthalt  durch  Anschlag  an  der  Kirche  oder  

Friedhofstafel aufzufordern, bei Gefahr sofort, sonst innerhalb von 2 Monaten den Scha- 

den zu beheben.   

Nach  erfolgloser  Aufforderung  steht  der  Friedhofsverwaltung  das  Recht  zu,  das  Grabdenkmal zu entfernen.

Außerdem ist der Nutzungsberechtigte zum vollen Schadenersatz  verpflichtet.   

Für Nutzungsrechte, welche nach dem Inkrafttreten dieser Friedhofsordnung erworben  werden, gilt folgendes:  

Kommt der Nutzungsberechtigte seiner in Abs. 1 festgelegten Instandhaltungsverpflichtung trotz Aufforderung nicht nach, so erlischt das Nutzungsrecht mit sofortiger Wirkung.  

Außerdem steht der Friedhofsverwaltung das im Abs. 1 angeführte Recht auf Entfernung  des Grabdenkmales zu.  

31) Nach Ablauf oder Erlöschen des Nutzungsrechtes nicht entfernte Grabmäler, Einfriedun- 

gen usw. gehen nach Ablauf von 3 Monaten nach Verlautbarung des Grabverfalls in der  

amtlichen „Wiener Zeitung“ in das Eigentum der Pfarrkirche über.  

32)  Künstlerisch  oder  geschichtlich  wertvolle  Grabmäler  unterstehen  dem  besonderen  

Schutz der Friedhofsverwaltung und dürfen ohne besondere Genehmigung nicht entfernt  

oder abgeändert werden.  

Über derartige Grabmäler ist ein eigenes Verzeichnis anzulegen.  

IV.8.  Rechte  

33) Die Friedhofsverwaltung gewährt nach den Bestimmungen dieser Friedhofsordnung   

a)  das Nutzungsrecht an einer Grabstelle für eine bestimmte Zeit,  

b)  das Recht auf Beerdigung und Enterdigung von Leichen,  

c)  das Recht auf Benützung der kircheneigenen Leichenhalle (Friedhofskapelle) und der  

Reservegrabstelle,  

d)  das Recht zur Änderung eines Grabes in eine andere Grabart sowie den Ausbau ei- 

nes Grabes zu einer Gruft,  

e)  das Recht auf Errichtung eines Grabdenkmales.  

34) Um Zuweisung einer bestimmten Grabstelle ist bei der Friedhofsverwaltung anzusuchen.  

Das  Nutzungsrecht  an  einer  Grabstelle  wird  durch  Eintragung  in  das  Gräberbuch  und  

durch Erlag der vorgeschriebenen Gebühr erworben. Hierüber ist von der Friedhofsver- 

waltung eine Bestätigung auszustellen.  

Das  Nutzungsrecht  steht  demjenigen  zu,  der  die  Grabstellengebühr  (Erneuerungsge- 

bühr) entrichtet hat. Nach dem Tode des Nutzungsberechtigten geht das Nutzungsrecht  

auf dessen Erben über. Die Erben sind verpflichtet, den Übergang des Nutzungsrechtes  

der  Friedhofsverwaltung  bekannt  zu  geben.  Hat  ein  bisher  Alleinnutzungsberechtigter 

 

mehrere  Erben,  so  ist  ein  Bevollmächtigter  für  die  Ausübung  des  Nutzungsrechtes  zu  bestimmen.  

Für den Fall, dass mehrere Nutzungsberechtigte für dieselbe Grabstelle vorhanden sind,  

hat bis zur Höchstbelagsgrenze jeder der Nutzungsberechtigten Anspruch, im Todesfalle  in dieser Grabstelle beigesetzt zu werden.  

35) Das Nutzungsrecht wird auf die Dauer von 10 Jahren (bei Kindern unter 6 Jahren auf 5  

Jahre)  eingeräumt.  Die Überlassung  des  Nutzungsrechtes  auf  eine  Dauer  von  10  und  

mehr Jahren ist nur im Falle des § 8 Abs. 2 zulässig.  

Dauert zur Zeit der Beilegung einer Leiche das Nutzungsrecht für eine Grabstelle nicht  

mehr volle 10 Jahre, so ist mit der Beerdigungsgebühr auch der verhältnismäßige Teil  

der zur Zeit der Beerdigung gültigen Erneuerungsgebühr für die Verlängerung des Nut- 

zungsrechtes auf die volle Nutzungsdauer zu entrichten.  

36) Über Ansuchen innerhalb der letzten 6 Monate vor Ablauf des zehnjährigen Nutzungs- 

rechtes kann an einer Grabstelle das Nutzungsrecht jeweils um weitere zehn Jahre ver- 

längert werden.  

Für die rechtzeitige Verlängerung haben die Berechtigten selbst unaufgefordert Sorge zu  

tragen.   

Der Friedhofsverwaltung steht das Recht zu, die Verlängerung des Nutzungsrechtes zu  

verweigern,   

a)  wenn der Friedhof aufgelassen wird,  

b)  bei Grabstellen, in denen bereits die zulässige Anzahl oder mehr Leichen beigesetzt  

sind,  

c)  wenn der Friedhof wegen Raummangels gesperrt ist,  

d)  wenn der Pfarrgemeinderat wegen der begrenzten Belagsmöglichkeit des Friedhofes  

beschlossen  hat,  bis  auf  weiteres  keine  Erneuerung  zuzulassen  und  dieser  Be- 

schluss  öffentlich angeschlagen worden ist,  

e)  wenn die Grabstelle in den letzten Jahren in einem verwahrlosten Zustand belassen  

worden ist.  

Bei Grüften muss jedoch, ausgenommen den Fall der Auflassung des Friedhofes, eine  

mindestens viermalige (50 Jahre) Erneuerung des Nutzungsrechtes zugelassen werden.  

37) Die Übertragung des Nutzungsrechtes an Dritte ist ohne Zustimmung der Friedhofsver- 

waltung unzulässig.  

38) Nutzungsrechte an Grabstätten welcher Art immer erlöschen:  

a)  wenn die Zeit, für die das Nutzungsrecht erworben worden ist, abgelaufen ist, das       

Nutzungsrecht nicht rechtzeitig erneuert oder die Verlängerung verweigert wird,  

b)  wenn der Nutzungsberechtigte es unterlassen hat, die Grabstätte samt Grabdenkmal  

und  Einfassung  in  einen  einwandfreien  baulichen  Zustand  zu  versetzen  oder  den  

Verpflichtungen gemäß dieser Friedhofsordnung nachzukommen (siehe § 30),  

c)  bei Auflassung des Friedhofes unter Berücksichtigung des bestehenden Nutzungs-    

rechtes.  

39) Nach Ablauf der Ruhefrist bzw. Erlöschen des Nutzungsrechtes kann die Friedhofsver- 

waltung über die Grabstelle frei verfügen.  

40) Zur Be- und Enterdigung von Leichen, zur Benützung der kircheneigenen Leichenkam- 

mer (Friedhofskapelle) und Reservegrabstellen, zur Umwandlung eines Grabes in eine  

andere  Grabart  sowie  zur  Errichtung  eines  Grabdenkmales  ist  eine  Bewilligung  der  

Friedhofsverwaltung  erforderlich.  Diese  Bewilligung  kann  von  der  Friedhofsverwaltung  

versagt werden. 

41) Für die Gewährung von Rechten nach dieser Friedhofsordnung hat der Berechtigte eine  

Gebühr zu entrichten.  

Es sind folgende Gebühren vorgesehen:  

a)  Grabstellengebühr  

  für die Überlassung einer Grabstelle. Diese Gebühr kann je nach der Grabart (§ 15)  

und der örtlichen Lage des Grabes in verschiedener Höhe festgesetzt werden.    

Bei Umwandlung eines Grabes in eine Grabart mit einer höheren Grabstellengebühr  

ist die für die ein solches Grab festgesetzte Grabstellengebühr für 10 Jahre zu ent- 

richten; jedoch ist hievon die seinerzeit für das bisherige Grab entrichtete Grabstel- 

lengebühr, und zwar der auf die restliche Benützungsdauer entfallende verhältnismä- 

ßige Teil abzuziehen.  

b)  Erneuerungsgebühr  

  für die Erneuerung des Nutzungsrechtes. Diese soll nicht höher als die Grabstellen- 

gebühr sein.  

c)  Beerdigungsgebühr  

  für die Beerdigung einer Leiche (Öffnen und Schließen der Grabstelle, Bereitstellung  

des Versenkungsapparates usw.). Diese soll die Hälfte der Grabstellengebühr betra- 

gen.  

  Diese Gebühr kann über Beschluss des Pfarrgemeinderates auch direkt mit dem To- 

tengräber verrechnet werden.  

d)  Enterdigungsgebühr  

  für  die  Enterdigung  einer  Leiche.  Diese  Gebühr  ist  jedoch  nur  dann  zu  entrichten,  

wenn die Enterdigung nicht auf Grund einer behördlichen Anordnung erfolgt. Sie soll  

das Dreifache der Beerdigungsgebühr nicht übersteigen.  

e)  Benützungsgebühr  

nach Tagen  berechnet für die Benützung der Leichenkammer (Friedhofskapelle) zur  

Aufbewahrung einer Leiche bis zum Begräbnis. Hierbei sind die Tage, die eine Lei- 

che    über  die  übliche  Zeit  auf  Grund  behördlicher  Anordnung  aufgebahrt  bleiben  

muss,  bei  Berechnung  der  Gebühr  außer  Betracht  zu  lassen.  Die  Gebühr  kann  je  

nach der Ausstattung der Aufbahrungsräume erhöht werden;  

  nach  Monaten   berechnet  für  die  einstweilige  Beistellung  einer  Reservegrabstelle.  

Beginnt oder endet die Benützung während des Monats, so ist für diesen Monat nur  

der verhältnismäßige Teil der Gebühr zu entrichten.  

f)  Gebühr für Grabdenkmäler  

  Diese  Gebühr kann je  nach  der  Art  des Grabdenkmales  bzw.  der  Einfassung  oder  

Eindeckung  von  Gräbern  in  verschiedener  Höhe  für  künftig  zu  errichtende  Grab- 

denkmäler festgesetzt werden.  

Inwieweit für sonstige Leistungen ein Entgelt zu entrichten ist, richtet sich nach den Bestim- mungen der örtlichen Friedhofsgebührenordnung.  

42) Die Friedhofsgebührenordnung ist auf Grund dieser Friedhofsordnung vom Pfarrgemein- 

derat binnen Monatsfrist nach Inkrafttreten dieser Friedhofsordnung zu beschließen und  

bildet einen integrierenden Bestandteil dieser Friedhofsordnung.  

Friedhofsordnung  und  Friedhofsgebührenordnung  sollen  wenigstens  auszugsweise  am  Friedhof öffentlich bekannt gemacht werden. Eine Abschrift der örtlich geltenden Fried- hofsgebührenordnung ist beim Erzbischöflichen Ordinariat Wien zu hinterlegen.  Bei der Festsetzung der Friedhofsgebühren hat der Pfarrgemeinderat unbedingt darauf  zu achten, dass der jährliche Aufwand der Kirche für den Friedhof aus der Gesamtheit  der Friedhofsgebühren eines Jahres gedeckt werden kann. Ist dies mit den bestehenden 

Friedhofsgebühren  nicht  mehr  möglich,  so  kann  der  Pfarrgemeinderat  jederzeit  eine  neue  Gebührenordnung  beschließen.  Die  jeweilige  Gebührenordnung  ist  dem  Erzbischöflichen Ordinariat zur Genehmigung vorzulegen.  

Für Auswärtige (Fremde) können höhere Friedhofsgebühren, die jedoch die Gebühren  für Gemeindemitglieder höchstens um 50 Prozent übersteigen dürfen, festgesetzt wer- den.   

43) Die Gebührenschuld entsteht:  

a)  bei der Grabstellengebühr mit Beginn der Benützung der Grabstelle. Wird die Grab- 

stelle erst später belegt, so entsteht die Gebührenschuld mit der Bewilligung des An- 

suchens um Zuweisung eines Grabes bzw. mit Bewilligung zur Umwandlung.    b)  bei der Erneuerungsgebühr mit Bewilligung des Ansuchens um Erneuerung des Nut- 

zungsrechtes bzw. Ergänzung des Nutzungsrechtes auf 10 Jahre nach Beilegung der  

Leiche,  

c)  bei der Beerdigungsgebühr mit der erfolgten Beisetzung,  

d)  bei der Enterdigungsgebühr mit der Vorlage der Enterdigungsbewilligung,  

e)  bei der Benützungsgebühr mit dem Beginn der Benützung,  

f)  bei  der  Bewilligungsgebühr  mit  der  Erteilung  der  Bewilligung  zur  Aufstellung  von  

Grabdenkmälern usw.  

Die Friedhofsgebühren werden 8 Tage nach Entstehung der Gebührenschuld fällig.  

44) Wird auf eine Grabstelle, die noch unbelegt ist oder durch Enterdigung leer geworden ist,  

vor  Ablauf  des  Nutzungsrechtes  verzichtet,  so  ist  dem  Nutzungsberechtigten,  wenn  er  

dies  binnen  6  Monaten  nach  der  Verzichtserklärung  schriftlich  beantragt,  jener  Betrag  

der seinerzeit entrichteten Grabstellengebühr zurückzuerstatten, der anteilsmäßig auf die  

noch restliche Zeit entfällt.   

45) Zur Vermeidung außergewöhnlicher Härten kann die Friedhofsverwaltung (Pfarrgemein- 

derat) in besonders gearteten Einzelfällen über schriftliches Ansuchen eine Friedhofsge- 

bühr ermäßigen, erlassen oder eine bereits entrichtete Gebühr ganz oder teilweise zu- 

rückerstatten.  

IV.10.  Sanitätspolizeiliche Vorschriften  

46) Kein Leichnam darf ohne vorausgegangene Totenbeschau durch den hiezu bestimmten  

Amtsarzt beerdigt werden.  

47) In der Regel hat die Beerdigung nicht vor Ablauf von 48 Stunden und nicht nach Ablauf  

von 72 Stunden nach Eintritt des Todes zu erfolgen.  

Ausnahmen hiefür bedürfen einer besonderen Bewilligung des Amtsarztes.  

48) Alle Grabstätten sind unmittelbar nach der Beisetzung zu verschließen.  

49) Bezüglich der Enterdigung und Bestattung von Leichen, die von auswärts überführt wer- 

den, sind die einschlägigen polizeilichen Vorschriften zu beachten.   

50) Die gesundheitspolizeiliche Überwachung des Friedhofes obliegt der öffentlichen Sani- 

tätsaufsicht nach den jeweils geltenden staatlichen Vorschriften.  

11.  Übergangs- und Schlussbestimmungen   

51)  Vom  Zeitpunkt  des  Inkrafttretens  dieser  Friedhofsordnung  an  können  Nutzungsrechte,  

die in dieser Friedhofsordnung nicht vorgesehen sind, nicht mehr erworben werden.  

52) Nutzungsrechte, die vor dem Inkrafttreten dieser Friedhofsordnung auf eine längere Zeit- 

dauer als in dieser Friedhofsordnung vorgesehen ist, erworben worden sind (z.B. Fried- 

hofsdauer), bleiben unberührt.   

53) Streitigkeiten über das Bestehen, Nichtbestehen oder Abänderung eines Nutzungsrech- 

tes gehören auf den ordentlichen Rechtsweg.  

Vor gerichtlicher Austragung soll jedoch eine gütliche Bereinigung durch die Rechtsab- 

teilung der Erzdiözese Wien angestrebt werden.  

Diese Bestimmungen zur kirchlichen Vermögensverwaltung treten mit 1. Juli 2004  in Kraft  und ersetzen alle diesbezüglichen Bestimmungen.  

veröffentlicht in Diözesanblatt 6/2004 (Juni/Juli)  

Zusatzverordnungen zur Friedhofsordnung für die niederösterreichischen katholisch-konfessionellen Friedhöfe der Erzdiözese Wien vom 1.1.1959 für den Pfarrfriedhof 2640 Prigglitz:

VI Ausgestaltung und Erhaltung der Grabstätten

Zu Par. 27: Die Zwischenräume zwischen den einzelnen Grabstellen sind vom Nutzungsberechtigten sauber zu halten; ferner die Wege vor den Gräbern, wenn sie so schmal sind, daß man mit einem Rasenmäher nicht durchfahren kann.

VII. Grabdenkmäler

Par. 28/3 wird geändert auf: In den Grabfeldern dürfen die Grabdenkmäler eine Höhe von 1,50 m nicht überschreiten. Der Grabstein darf nicht stärker als 20 cm sein.

VIII. Rechte

Par. 33 wird ergänzt durch: Das Nutzungsrecht Par 33/2 (Recht auf Beerdigung von Leichen) bezieht sich nur auf die Beerdigung von Leichen ortsansässiger Personen. Aufgrund der angespannten Platzsituation werden bis auf weiteres keine auswärtigen Personen bestattet. Als ortsansässig gelten Personen die vor dem Zeitpunkt des Todes mindestens ein Jahr durchgehend im Ort gewohnt haben (mit Ausnahme von Krankenhausaufenthalten). Die polizeiliche Meldung ist nicht relevant. Im Zweifelsfall wird die Ortsansässigkeit von der Friedhofsverwaltung festgestellt.

(Gültig seit 1994)